Versmold, 15. Juni 2026. Ein Großprojekt zur Umstellung der Erdgasinfrastruktur biegt auf die Zielgerade ein. Die Umstellung der Gasversorgung von L- auf H-Gas läuft planmäßig – dank einer präzisen Vorbereitung und der engen Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern. So ist die Versorgungssicherheit in der Region langfristig gesichert.
Die bundesweite Erdgasumstellung ist gesetzlich im Energiewirtschaftsgesetz (§ 19a EnWG) verankert. Der Grund: Die Förderung des bisher genutzten L-Gases (low calorific mit geringerem Energiegehalt) aus den Niederlanden und Deutschland ist seit Jahren stark rückläufig und wird in absehbarer Zeit vollständig eingestellt. Um die Netze zukunftssicher zu machen, erfolgt schrittweise der Wechsel auf H-Gas (high calorific), welches einen höheren Brennwert besitzt und vorwiegend aus anderen Quellen, z. B. aus Norwegen bezogen wird.
Präzision in zwei Schritten
Als zuständiger Netzbetreiber zeichnete die netzplus GmbH & Co. KG (eine 100%ige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Versmold) für das Projekt verantwortlich. Da sich die beiden Gasarten in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden, mussten sämtliche Gasgeräte in Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben einzeln überprüft und technisch angepasst werden.
Der Umstellungsprozess gliederte sich in zwei wesentliche Phasen: Während der Erhebung wurden vorab die genauen technischen Daten aller Gasverbrauchsgeräte im Stadtgebiet aufgenommen. Mit einem zeitlichen Abstand von rund 1,5 Jahren folgte die technische Anpassung (z. B. der Austausch von Gasdüsen), um die Anlagen sicher auf das energiereichere H-Gas einzustellen. Abhängig vom technischen Aufbau der Gasverbrauchsgeräte ist eine Umstellung vor dem Schalttermin am 09. Juni 2026 oder aber auch nach dem Schalttermin notwendig, sodass von jetzt an bis in den Herbst noch Umstellungsarbeiten an einem Teil der Anlagen vorgenommen werden müssen.
Logistische Meisterleistung und hohe Kooperation
„Ein Netzwechsel dieser Größenordnung betrifft fast jeden Haushalt und erfordert ein Höchstmaß an Logistik und Präzision. Ein solches Projekt steht und fällt mit der Planung und der Akzeptanz in der Bevölkerung“, betont Manuel Drossard, Geschäftsführer der netzplus GmbH & Co. KG. „Dass die Umstellung in Versmold so reibungslos geklappt hat, verdanken wir nicht zuletzt der Unterstützung der Versmolderinnen und Versmolder, die unseren Technikern bereitwillig Zutritt gewährt haben. Diese hervorragende Kooperation hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir den engen Zeitplan exakt einhalten konnten.“
Nun ist die Erdgasversorgung in Versmold mit dem erfolgreichen Wechsel auf H-Gas zukunftssicher und nachhaltig aufgestellt. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ändert sich durch die Umstellung im Alltag nichts: Die Geräte laufen gewohnt sicher und effizient weiter. Auch an den vertraglichen Vereinbarungen mit den jeweiligen Gaslieferanten ändert sich durch die technische Umstellung nichts. Die Abrechnung erfolgt automatisch nach den neuen Brennwerten des H-Gases.
Einige Haushalte, bei denen eine Anpassung aus technischen Gründen oder wegen Abwesenheit noch aussteht, werden in den kommenden Tagen gezielt kontaktiert, um letzte Restarbeiten zu erledigen. Die reguläre Versorgung ist davon jedoch nicht beeinträchtigt.
Aus Sicherheitsgründen mussten in einigen wenigen Einzelfällen Anschlüsse gesperrt werden, wenn die Haushalte für die notwendigen Arbeiten nicht erreichbar waren. Erst sobald der Umbau durch ein Vertragsinstallationsunternehmen erfolgt und freigegeben ist, werden die Anschlüsse umgehend wieder in Betrieb genommen. Da der Betrieb von nicht umgestellten L-Gas-Geräten mit dem neuen H-Gas ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt – unter anderem durch die Gefahr einer gefährlichen Kohlenmonoxidbildung (CO) –, sind diese konsequenten Maßnahmen zum Schutz der Anwohner zwingend erforderlich.
Auch nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts steht das Team der netzplus weiterhin persönlich für allgemeine Fragen zu den Netzen zur Verfügung. Das Kundencenter in der Nordfeldstraße 5 in Versmold sowie die telefonische Servicehotline unter 05423 9519-05 sind zu den regulären Servicezeiten erreichbar.
Weiterführende Details und FAQs finden sich zudem weiterhin online unter www.egu.netz.plus.